EINMAL IM JAHR SATT SEIN

DigitalVideo > Beta SP,  76 min

Ein Dokumentarfilm von Sabine Friedrichs

 

 

 

 

 

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Ostgalizien. Bis 1941 Hauptsiedlungsgebiet der ostjüdischen Bevölkerung.

Wie sieht jüdisches Leben dort heute aus?
Das interessierte mich, als ich 1997 Dora Kaznelson, em. Professorin aus Drohobytsch bei Lemberg, auf ihrem Rückweg von einer Reise nach Polen und Deutschland begleitete. Selbst 77 Jahre alt und durch Krankheit beeinträchtigt, hatte sie im Ausland Geld gesammelt, das dann von zahlreichen Helfern im gesamten ukrainischen Galizien an alte, kranke, bedürftige Juden verteilt wurde.

Der Film stellt einige von ihnen vor:

Maja Karpina war Ärztin. Nach 50 Arbeitsjahren verbringt sie ihren Lebensabend in Armut und Isolation, voller Bitterkeit über die Zertrümmerung der Sowjetunion und die jetzigen Zustände in der Ukraine. „Ich bin nicht frei, wenn ich mich entscheiden muß, ob ich eine Zeitung oder ein Brot kaufe.“
Wenige Monate nach den Aufnahmen starb sie.

Alexander Baron hat drei Jahre seiner Kindheit im Konzentrationslager verbracht. „Es war uns eben nicht beschieden als Menschen zu leben.“Trotz Sorge um die politische Zukunft der Ukraine glaubt er an sein Land, dessen Reichtum und Kraft.

Sinaida Didenko hat ein ukrainisches Paar zur Untermiete in ihr Wohnzimmer aufgenommen. Nach dem Einzug wollten sie zunächst nicht, wie vereinbart, die halbe Miete zahlen.„Ich gebe ihnen Geld, um für mich einzukaufen, aber sie bringen nichts mit.“Nur durch die Hilfe von Dora Kaznelson und der jüdischen Gemeinde überlebt sie.


Mit der Unabhängigkeit der Ukraine ist jüdisches Gemeindeleben wieder möglich, und ein wichtiger Teil davon war immer und ist wieder die Sorge für das Wohl jedes Gemeindemitglieds.Die besonders große und schöne Synagoge von Drohobytsch wurde an die Gemeinde zurückgegeben. Bald darauf verwüstete ein Brandanschlag das Gebäude, das jetzt nicht mehr genutzt werden kann und verfällt.

Seit einigen Jahren darf das Pessachfest wieder gefeiert werden. Studenten aus Lemberg bringen Lebensmittel und Anweisungen für deren Zubereitung in die umliegenden Orte, leiten die Zeremonie. Frauen bereiten die rituellen Speisen in einer Restaurantküche zu.Das Fest ist ein Versuch der Rückbesinnung  auf Traditionen, die größtenteils vergessen sind und Ausdruck eines neuen Gemeinschaftsgefühls in den Gemeinden.Und ein Versuch, wenigstens einmal im Jahr von allem reichlich zu haben.

 

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